Bettina's und Mira's Besuch

Bettina und Mira waren Mitte März 2018 im Rahmen einer Indien-Reise für eine Nacht zu Besuch im JJK Girls Gurukulam in Thrissur. Lies über ihre Erfahrung und Erlebnisse in ihrem persönlichen Bericht unten.


"Laute Bohrgeräusche erwarten uns, als wir nach der fünfstündigen Zugfahrt endlich im Gurukulam eintreffen. Gerade wird ein neuer Brunnen gebaut. Ein eigenes Filtersystem befindet sich schon in der Küche, die eigene Wasserquelle hat aber bisher gefehlt.
Es ist 16 Uhr, wir sind genau richtig zur Teezeit  angekommen. Matten werden ausgebreitet, Tee und eine Köstlichkeit aus Kokos und Mandeln wird serviert.

Acht Mädchen im Alter von 7 bis 14 sitzen uns gegenüber, schauen neugierig und lächeln schüchtern.

Nach dem Tee bekommen wir eine Führung durchs Haus: Unten befinden sich die Küche und das Esszimmer, der Gebetsraum für Satsang und die Zimmer der Mitarbeiter und Gäste. Der mittlere Stock besteht aus zwei Schlafräumen mit jeweils 12 Betten. Dazwischen ein großer Raum mit zwei Tischen. Hier lernen die Mädchen. Geplant sind eine kleine Bibliothek und eine Computerecke. Ganz oben ist noch viel freier Raum, dort haben die Mädchen erst kürzlich eine Einführung in Hatha Yoga bekommen. Die Asanas fallen ihnen leicht und machen Spaß. Draußen vor dem Haus liegt ein kleiner Garten mit Wippe und Schaukeln. Diese sind bei den Mädchen sehr beliebt und eine Attraktion für kleine Gäste. Das Gurukulam hat außerdem seine eigene kleine Bananenplantage, Papayabäume und ein Gemüsebeet. Wir sind ziemlich beeindruckt und fühlen uns direkt wohl.  

 

Um 18 Uhr findet der Abendsatsang statt. Noch während dem 25-minütigen Mantrasingen fängt es stark an zu gewittern und der Strom fällt aus. Die Mädchen kauern sich danach in der Mitte zusammen und verlieren plötzlich jede Scheu.

 

Wir werden mit Fragen bombardiert, indische und englische Lieder werden gesungen und wir bekommen unsere Haare frisiert. Die Stimmung ist ausgelassen und entspannt.

Nach dem Abendessen fallen wir müde ins Bett.  Die Mädchen sitzen noch zusammen und lernen.

 

Ihr Tagesablauf ist sehr durchgetaktet.
Am nächsten Morgen stehen sie um 5 Uhr auf, duschen und machen sich für den Morgensatsang um 6 Uhr bereit. Nach dem Frühstück werden dann verschiedene Pflichtaufgaben erfüllt. Jedes Mädchen beteiligt sich an den anfallenden Aufgaben, wie Putzen, Satsang vorbereiten und Essen servieren. Anschließend machen sie sich für die Schule fertig, die von 9 Uhr bis 14:30 Uhr stattfindet. Die Mädchen lernen hier das gemeinsame Zusammenleben, aufeinander Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig zu helfen und viel Disziplin. Außerdem werden sie gut versorgt mit Essen, Bildung und  Schul-materialien. Das sind auch die Gründe, warum die Nachfragen von Familien so groß sind. Swami Tattwa und seine Mitarbeiter fahren zu jeder einzelnen Bewerberin und machen sich ein Bild von den Verhältnissen und den Familien. Erst dann wird entschieden, ob ein Mädchen aufgenommen wird.


Wir müssen uns leider schon verabschieden, gerne wären wir länger geblieben. Wir wünschen den Kindern und den Mitarbeitern alles Gute und sind uns sicher, dass dieser Ort tolle Möglichkeiten bietet und hoffentlich vielen Mädchen eine bessere Zukunft schenkt."   

 

Bettina & Mira